BORRELIOSE - wann weiß ich ob ich sie habe?

Patientin Jacklin S. fragt:

Seit meinem letzten Besuch in meiner Heimat, vor einem Jahr, geht es mir zunehmend schlechter. Die ständige Müdigkeit und die wandernden Gelenkschmerzen, gekoppelt mit meiner Erinnerung an eine eigenartige kreisförmige Rötung nach unseren Reiterausflügen, hat meinen Hausarzt veranlasst, an Borreliose zu denken. Aber mein Borrelien-Titer ist negativ. Was soll ich tun, um Klarheit zu bekommen?

 

Dr. Bringmann antwortet:

 

Borreliose ist ein Chamäleon, 

eine multisystemische Krankheit mit vielen möglichen Symptomen

 

und daher ist die symptomatische Lyme-Diagnostik besonders schwer. Auch die klassische Labor-Diagnostik stößt aufgrund des „Lyme-Paradox“, wie es Dr. Klinghardt genannt hatte, meistens schnell an ihre Grenzen. Es entsteht dadurch, dass die Borrelia die weiße Blutkörperchen, die B-Lymphozyten, die den Menschen eigentlich vor jeder Infektion schützen sollen, zu befallen versuchen. Gelingt dieser Angriff, so geht die Infektion in das Stadium der chronischen Krankheit (Lyme-disease) über. Die infizierten weißen Blutkörperchen verlieren die Fähigkeit, Antikörper gegen Borrelia zu produzieren. Dies ist jedoch verheerend, da die üblichsten Labortests - ELISA und Western-Blot  auf der Analyse der Antikörper basieren. Bleiben diese aus, so sind die Tests zunächst unbrauchbar. Es entsteht eine paradoxe Situation: wir müssen bei einem Verdacht die Borreliose zuerst effektiv therapieren, um eine adäquate Antikörper-Antwort der B-Lymphozyten zu erhalten. Ein positiver Test danach beweist, dass eine Infektion vorliegt und die eingesetzte Behandlungsmethode richtig ist. Ein negativer Test beweist das Fehlen der Borrelia leider NICHT. Es gibt also bis zuletzt keinen zuverlässigen Labor-Test für Feststellung der Borrelia-Infektion.

 

In einem gesunden Körper können Borrelia langfristig kaum überleben

 

Erst ein geschwächtes Immunsystem öffnet die Tore für die Infektion. Die Ursachen der Immunschwäche sind meistens in der Insuffizienz der Mitochondrien zu suchen und in allen Umständen, die solche Mitochondriopathien verursachen. Es können Impf- und Erbschäden, frühere Infektionen mit anderen Erregern, eine schleichende Übersäuerung der Bindegewebe, die Ansammlung von Umweltgiften, Schwermetallintoxizität, langfristige Exposition gegenüber  Elektrosmog oder Mykotoxinen, wie Schimmelpilzen, ebenso Schlafstörungen, psychische Belastungen, Nahrungsmittelunverträglichkeiten und damit verbunden ein chronisch gestörter Verdauungstrakt sein.

 

Borreliose ist aber keine einfache Infektionskrankheit,

 

sondern es handelt sich um eine komplexe Erkrankung, da nicht nur Borrelia sondern auch die sogenannten Co-Infektionen durch Insekten mit übertragen werden. Dazu gehören Bebesien, Riketsien,  Chlamydien, Toxoplasmosen,  Clostridien,  Mykoplasmen, Parovirus B19, Herpes-Virus HHV6,  Leptospirose etc. Insofern muss man auch die Einwirkung dieser Co-Infektionen auf den menschlichen Organismus mitberücksichtigen.

 

Schulmedizinisch steht die Infektions-Diagnostik auf zwei Säulen.

 

Die erste Säule ist ein charakteristisches klinisches Bild sowie ein typischer Verlauf der Krankheit. Die zweite Säule sind die besagten Antikörper IgG und IgM  serologischen Tests ELISA und Western-Blot. Beide Methoden liefern  bei der Lyme-Diagnostik aber keine zuverlässigen Ergebnisse. Ähnliches gilt es auch für den Lyphozyten-Transformations-Test (LTT-Test), der auch nach Immunantworten sucht und leider auch keinen eindeutigen Nachweis der Erreger liefert.

 

Der Nachweis von Borrelien-DNA mittels Polymerasekettenreaktion CPR-Test ist ebenfalls kein eindeutiger Nachweis vitaler Berrelien genießt aber den Ruf hoher Beweiskraft für eine aktive Borrelieninfektion. Sinnvollerweise wird dieser Test an der gefangenen Zecke durchgeführt. Ansonsten findet der CPR-Test bei Liquor-Punktionen  statt. 

 

Dr. med. Dietrich Klinghardt schlägt die direkte Mikroskopie in der ersten Infektionsphase vor. Bei der nachkommenden chronischen Lyme-Krankheit berichtet er über den erfolgreichen Einsatz der Kinesiologie für die Lyme-Diagnostik. Er verfeinerte die üblichen kinesiologischen Tests und entwickelte den sogenannten autonomen Reaktions-Test (ART). 

Natürlich man kann auch die Abklärung des immunologischen Aktivierungszustandes labortechnisch durchführen und T-cellspot-, LTT-Borrelien, CD 57-Antigen, CRP und  Neopterin als Marker für die Makrophagen-, Fresszellenaktivierung bestimmen lassen.

 

Komplementäre Borrelien-Diagnostik ist Trumpf

In unserer Praxis setzen wir neben den serologischen Tests die NLS-Diagnostik SANUM Vita-Check zur Lyme-Diagnostik recht erfolgreich ein. Es wird dabei nicht die Immunanwort des Patienten, sondern die mikrobiologischen Belastungen sowohl mit  Borrellia als auch mit  Co-Infektionen, durch Messung der Entropieveränderung und Schwingungsinformationen, erfasst. Dabei wird auch die proinflammatorische und prooxidative Lage des Organismus untersucht.  Auch die Lokalisation der Ursachen und der Symptomatik, die oft nicht identisch sind, wird berücksichtigt. Das Wechselspiel der Symptomatik mit deren Kompensationsfunktion sowie der Stoffwechsel-Regulationsmechanismen wird ebenfalls berücksicjtigt.

Jährlich werden bundesweit rund 60.000 Borrelia-Neuinfektionen registriert

 

und lediglich ca. 10% der infizierten Patienten entwickeln die chronische Borreliose, die gefährliche Lyme-Krankheit. Als Beweis der Infektion mit Borrelia gilt das Symptom der sogenannten Wanderröte. Diese Erythema migrans, rundförmige Hautrötung, die später in der Mitte abblasst und in die Peripherie wandert,  kommt aber auch nur bei rund der Hälfte der Infizierten vor. 

 

Direkt nach der Infizierung können sich noch grippeähnliche Symptome entwickeln, wie Kopf-, Glieder und Muskelschmerzen, Fieber, Nachtschweiß, Müdigkeit oder generalisierte Lymphknotenschwellungen. Besonders schleichende Schlaflosigkeit, gekoppelt mit diversen Schmerzsyndromen, kann richtungsweisend für die Lyme-Borreliose sein. 

 

In der chronischen Phase der Lyme-Borreliose ist eine ungeheure Vielfalt an Symptomen möglich

 

Diese Symptome passen auch sehr gut zu anderen Krankheitsbildern, wodurch eine symptomatische Diagnostik erschwert wird. Symptome können Wochen, Monate oder auch Jahre nach der Abheilung der Frühsymptome auftreten. 

Die Symtome können sein:

 

 Neurologische Erscheinungen: Trigeminusneuralgie, Gesichtslähmung, Hirn- oder Hirnhautentzündung, Hirnnervenstörungen, wie der Geruchs- und Geschmacksnerven, Entzündung der Nervenwurzeln mit motorischen oder sensiblen Ausfällen, Muskelzuckungen und vor allem nachts auftretende Schmerzen. In schweren Fällen sind Konzentrations-, Gedächtnis- und/oder Orientierungsstörungen sowie Halluzinationen und Wahnvorstellungen möglich.

 

 Gelenkaffektionen: diffuse und wandernde Entzündungen vor allem der großen Gelenke wie Schulter, Ellenbogen, Hüft- oder Kniegelenk - man spricht von der sogenannten  Lyme-Arthritis. 

 

 Kardiale Erscheinungen: die gefährlichste ist die Lyme-Myokarditis, eine Herzmuskelentzündung, meistens von einer Herzrhythmusstörung begleitet, vorzugsweise nachts auftretendes  Herzrasen ohne ersichtlichen Grund, AV-Überleitungsstörungen, ventrikuläre Erregungsausbreitungsstörungen.

 

 Opthalmologische Erscheinungen: Augenmuskelschmerzen bis -lähmung, Akkomodationsstörungen,  leichte Doppelbilder, Lidschwäche, häufige Augenentzündungen mit Augenbrennen.

 

 Gastro-intestinale Erscheinungen: Appetitverlust, Völlegefühl, Blähungen, Reizdarm mit Stuhlunregelmäßigkeiten, ausgeprägte Nahrungsmittel-Unverträglichkeiten,

 

 Urologische Störungen: Blasen- und/oder Hodenschmerzen ohne Erregernachweis im Harn, Inkontinenz, häufiges Wasserlassen oder Leistenschmerzen ohne organischen Befund. 

 

 Vegetative Störungen: Temperaturschwankungen mit Schweißausbrüchen bei Mann und Frau ( vergleichsweise wie im Klimaterium ), chronische Müdigkeit CFS.

 

 Stoffwechselstörungen: erhöhte Cholesterinwerte, überdurchschnittliche  Übersäuerung,  Funktionsstörungen bei Acetylierung, Methylierung oder Sulfatierung. 

 

 Störungen im Immunsystem: lange nicht ausheilende oder öfter auftretende Infektionen in den Atmungsorganen, Nasennebenhöhlen, Rachen, Mandeln oder autoimmune Krankheiten wie Hashimoto oder Rheuma.

 

 Hauterscheinungen: rötlich-lidive Hautentzündungen besonders an den Ohrläppchen, Mamillen, Skrotum oder so genante Pergament-Haut. 

 

 Psychologische Erscheinungen: typische, anhaltende Schlafstörungen oft mit Albträumen, Seratoninmangel mit Angstzuständen, Panikattacken, Wutanfällen, Gereiztheit, Depressionen mit labiler Stimmungslage. 

 

Die Intensität der Symptome sind patientenabhängig aber therapeutisch beeinflussbar, sie hängt von der Gesamtheit aller Belastungen im Körper des Patienten ab, wie:

 

 begleitende Infektionen,

 Zustand des Verdauungstraktes inkl. Leber und Pankreas,

 Ernährung und Lebensmittel-Unverträglichkeiten,

 Übersäuerung des Bindegewebes und des zwischenzellulären Raums,

 Belastungen mit Toxinen wie Mycotoxinen (Schimmelpilz) und Umweltgiften,

 Schwermetallbelastung, besonders im Hinblick auf die Mitochondrien,

 Elektrosmog: Belastung mit elektromagnetischen Feldern und Mikrowellen,

 Störfelder im Körper wie z.B. unbehandelte Narben,

 Mangel an mitochondrien-relevanten Co-Faktoren,

 Nitrosativer und Oxidativer Stress,

 Stress und Summe aller psychischen Belastungen.

 

Es fällt einem Fachmann der regenerativen Medizin sofort auf, dass es sich bei den oben genannten Faktoren um Belastungen, die die Leistungsfähigkeit der Mitochondrien, unsere intrazullulären Kraftwerke, determinieren, handelt. Diese Erkenntnis zeigt die Richtung und den Behandlungsweg um den leidenden Patienten effektiv zu helfen.

 

Über die Therapie-Möglichkeiten lesen Sie in meiner nächsten Publikation zu diesem Thema

 

BORRELIOSE - und wie werde ich sie los?

                       

Literatur

 

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