Chronische Schmerzen

Patientin Erika W. fragt:

Seit meinem Autounfall vor drei Jahren, bei dem ich nur ein leichtes Schleudertrauma erlitten habe, bekomme ich regelmäßig Gelenkschmerzen. Mal sind sie in den Händen, mal in der Schulter oder in den Knien. Der Rücken ist auch immer wieder betroffen. Wie entstehen solche Schmerzen und was könnte man dagegen tun? Ständig „Schmerzpillen“ zu schlucken ist doch keine dauerhafte Lösung !?

Dr. Bringmann antwortet:

Schmerz ist eine subjektive Sinneswahrnehmung, die durch Reizung der Nervenzellen hervorgerufen und über Schmerzrezeptoren, die im gesamten Körper verteilt sind, wahrgenommen wird. 

Man unterscheidet zwischen akuten und chronischen Schmerzen

Akute Schmerzen fangen meistens plötzlich an und sind zeitlich begrenzt. Die auslösende Ursache ist in der Regel eindeutig feststellbar, wie zum Beispiel ein thermischer Reiz durch Wärme oder Kälte, mechanische oder chemische Reizung. Begleitend zum akuten Schmerz kann der Anstieg des Blutdrucks, Beschleunigung der Atmung und des Herzschlags, Schweiß und Erweiterung der Pupillen zu beobachten sein, was eine Art von Alarmbereitschaft des Körpers bedeutet. 

Chronischer Schmerz ist zeitlich länger andauernd

und hat nicht mehr die Warnfunktion, wie die beschriebenen akuten Schmerzen. Chronische Schmerzen haben selten eine einzige auslösende Ursache. Sie sind multikausal und haben in der Regel ihren Ursprung in diversen funktionellen Störungen im Organismus. Eine große Gruppe dieser Störfaktoren sind Inflammationen, Entzündungen der inneren Organe wie z.B.:  der Magenschleimhaut oder der Gelenke, Sehnen und Muskeln. Dann sprechen wir über Gastritis, Arthritis, Tendinitis oder Myositis. 

Auch abgeheilte Erkrankungen, Verletzungen oder OP´s können chronische Schmerzen verursachen

Postzosterische Neuralgien nach einer Gürtelrose, Trigiminusneuralgie, postoperative und posttraumatische Schmerzen aber auch Phantomschmerzen nach einer Amputation oder schmerzhafte reflektorische Muskelkontraktionen sind beste Beispiele dafür. Zu diesen langandauernden chronischen Schmerzen kommen häufiger psychische Komponenten hinzu. Depressionen und Unzufriedenheit wirken sich negativ auf die persönliche Schmerzempfindlichkeit aus und die Schmerzen werden dadurch noch unerträglicher. Der Lebensstil, Rauch-, Ess- und Trinkgewohnheiten führen meist zu toxischen Belastungen auf Zellebene oder Übersäuerung des Bindegewebes und tiggern somit die Inflammationsbereitschaft der Organe. Es kann rasch zu einem Teufelskreis kommen, aus dem der Patient nur recht schwer selbst rauskommen kann. Schnelle Hilfe ist für Schmerzpatienten sehr wichtig.

Es gibt ebenso viele Behandlungsmethoden wie Schmerzursachen.

Schulmedizinisch werden Schmerzsyndrome  in der Regel medikamentös behandelt. NSAR und Kortison hemmen die Entzündung, Spasmolitika heben die Verkrampfung der glatten Muskulatur, Nitrate erweitern die Arterien und verbessern die Durchblutung, Lokalanasthätika betäuben die Schmerzrezeptoren, Opiata hemmen die Weiterleitung von Schmerzimpulsen und Psychopharmaka beeinflussen die Schmerzverarbeitung im zentralen Nervensystem.

 

Die meist verwendeten traditionellen NSAR wie ASS, Ibuprofen oder Diclofenac aber auch die modernen COX-2-Hemmer wirken sehr zuverlässig schmerzstillend und entzündungshemmend. Sie haben aber gravierende Nebenwirkungen. Gastrointestinale Beschwerden wie Gastritis mit  Magenbluten, Übelkeit, Sodbrennen oder Durchfall sind allen NSAR-Daueranwendern gut bekannt. Das Problem ist nicht nur, dass diese sogenannten „Schmerzmittel“ sich eigentlich nur zur kurzfristigen Behandlung der akuten Schmerzen eignen, sondern dass sie bei Daueranwendung zu einer systemischen Übersäuerung des Körpers führen, was wiederum die Ursache vieler chronischer Leiden ist.  Dabei steigt auch die Empfindlichkeit der Schmerzrezeptoren an und man braucht immer mehr Analgetika –  es entsteht wieder ein Teufelskreis. 

Die Schmerzpatienten sollen zuerst unbedingt sorgfältig entsäuert werden

Die Übersäuerung des Bindegewebes und des zwischenzellulären Raums in den Organen führt zur Sensibilisierung der Schmerzrezeptoren, die im sauren Umgebung nur noch empfindlicher werden, noch schneller reagieren und dadurch die persönliche Schmerzschwelle herabsetzen. Die Entsäuerung des Bindegewebes und des zwischenzellulären Raums kann mit verschiedenen therapeutischen Methoden durchgeführt werden. In unserer Praxis setzen wir dafür die Mikro-Energie-Therapie ein. Es sind basische Ganzkörperwickel mit Einsatz des ClinikMasters. Mehr Informationen über M.E.T.

 

Der Vorteil der M.E.T. Therapie liegt in ihrer „Multifunktionalität“:  

effiziente Entsäuerung des Bindegewebes und des zwischenzellulären Raums,

Steigerung der Biosynthese von Adenosintriphosphat ATP um rd. 500%,

    was eine effektive Selbsthilfe für die Zellregeneration bedeutet,

deutliche Steigerung der intrazellulären Biosynthese der Proteine,

Verbesserung der Permeabilität der Zellmembrane.

Nach entsprechenden Behandlungen, in der Regel zwischen 6 bis 12 Anwendungen, stellen sich beim Patienten deutliche Verbesserungen, auch bei so hartnäckigen Schmerzen wie bei der Ostoporose, ein. 

Natürlich müssen der Entsäuerung begleitend entzündungshemmende und spasmolitische Massnahmen folgen. Besonders großen Vorzug sollte man den nebenwirkungsfreien Therapien, die auf dem Einsatz körpereigener Wirkstoffe wie Kohlenstoffdioxid oder Eigenblutplasma beruhen, einräumen.

Carboxyinsuflationstherapie – die vergessene Quellgastherapie 

Über diese Therapie habe ich in meiner Publikation „MesoDolor“ im Detail berichtet. Die Carboxytherapie  besteht aus  Mikroinjektionen von kleinen Mengen medizinisch reinem CO2 –Gas unter die Haut. Es verursacht eine Revitalisierung der Gewebe und hat eine schmerzstillende, entzündungshemmende und durchblutungssteigende Wirkung. Mehr Informationen über MesoDolor-Therapie.

Die MesoDolor-Therapie hat viele Einsatzgebiete wie zum Beispiel:

Migräne auch mit Aura,

Nacken- und Kopfschmerzen,

funktionelle Rückenschmerzen,

Bewegungsschmerzen im Schulter-Arm Bereich,

Kniegelenkarthrose,

Tinnitus und Schwindel,

periphere Durchblutungsstörungen.  

„Die Turbo Heiler“ - die PRP Eigenblut-Plasma-Therapie

Im Dezember 2013, Ausgabe 52, hat „Der Spiegel“ über den Einsatz der „Turbo-Heiler-Therapie“ im Leistungssport detailliert berichtet: „Bei Verletzungen an Muskeln, Sehnen oder Gelenken lassen sich Leistungssportler gerne mit Eigenblut behandeln. Eines dieser Verfahren stand bis vor kurzem auf der Dopingliste - nun hat es unter Athleten Hochkonjunktur.“ Hier finden Sie den gesamten Beitrag beim Spiegel.

Über die Anwendung der PRP-Technologie an Patienten in der Kiefernchirurgie wurde 1998 die erste klinische Studie veröffentlicht. Seither freut sich diese Therapie einer zunehmenden Beliebtheit. Es werden nicht nur Sportverletzungen sondern auch Schmerzen, Entzündungen und Gewebeverschleiß therapiert. 

PRP steht für Platetet Rich Plasma, also Eigenblutplasma, welches mit Trombozyten-Plättchen stark angereichert wurde. Als konzentrierte Quelle von autologen Thrombozyten enthält PRP durch Degranulation eine Reihe von Wachstumsfaktoren und Zytokinen wie PDGF, FGF, EGF, TGF-ß, VEGE und IGF, die in der Lage sind eine rasche Heilung durch die Wiederherstellung der beschädigten oder entzündeten Gewebe zu stimulieren.

Die PRP-Indikationen in der Humanmedizin sind vielfältig:

Schmerzen des Bewegungsapparates wie z.B.: Rotatorenmanschette-Syndrom, Epicondilitis-, Tennis- oder Golfarm, Sakroiliakal-Syndrom, Bandscheiben-Vorfälle, Überdehnung der Sehnen oder Bänder, Muskelfaser-Risse etc.

Entzündungen aller Art und daraus resultierende Schmerzen wie z.B.: Artritis-Gelenkentzündungen, Myositis-Muskelentzündungen, Bursitis-Schleimbeutel-Entzündungen, Spondylitis ankylosans etc.

Verschleißerscheinungen und daraus resultierende Schmerzen wie z.B.: Arthrose oder langsame Knochendegeneration, Knorpelverschleiß  etc.

Keratiden - Hautverhärtung/ Verhornung, Psoriasis,

Schlecht heilende Wunden wie z.B. bei diabetischem Fuß,

Hautregeneration - Faltenbehandlung durch Neukollagenese, Alopecia - Haarausfall.

Reflexzonenmassage und manuelle Segment-Therapie

nimmt über den Reflexbogen Einfluss auf die zugeordneten Organe, verstärkt die Durchblutung und Muskelentspannung. Dadurch erfolgt die Schmerzlinderung dieser Organe.

Thermotherapien mit Wärme- oder Kälteanwendungen

wirken ebenfalls entspannend, durchblutungsfördernd und deshalb schmerzlindernd. 

Elektrotherapien

Ein Beispiel ist die TENS - transkutane elektrische Nervenstimulation. Die Elektroden werden an den Davos-Punkten, Headschen Zonen oder Reflexzonen angebracht. Das Ziel solcher Anwendungen ist es einerseits, dass die Schmerzrezeptoren unempfindlicher werden und andererseits die verstärkte Ausschüttung körpereigener Endorphine.

Eine erfolgreiche Schmerztherapie ist immer patientenabhängig

Im ersten Schritt soll immer eine ausführliche Diagnostik erfolgen um alle Entzündungen, besonders der inneren Organe, Infektionen und auch die perisistierende Infekte wie Borrelien oder Varizella-Zoster-Viren, Parasitosen, Nahrungsmittel-Unverträglichkeiten und Allergien, Übersäuerung aber auch Belastungen mit Umweltgiften, Schwermetallen und Pestiziden als auch den oxidativen und nitrosativen Stress sowie die mitochondriale Dysfunktion, festzustellen.

In unserer Praxis führen wir eine solche Diagnostik mit SANUM Vitalitäts-Check durch. Die Schmerztherapie kann kurzfristig medikamentös erfolgen, um dem Patienten eine rasche Erleichterung zu geben. Parallel dazu entsäuern wir die Patienten mit M.E.T., behandeln die inneren Entzündungen, ergänzen die Vitalstoffe und führen die PRP-Therapie durch. In Abhängigkeit zur Schmerzart wird auch die Carboxyinsuflationstherapie und Oxyvenierung durchgeführt. Wichtig ist es, begleitend die Ernährung des Patienten zu überdenken. Sie muss hypoallergen, entzündungshemmend und Gluten- und Laktosefrei sein. Damit wird die Nachhaltigkeit der Therapie gewährleistet.

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